HuaRenCa
Back to Forum
Community

Auf der Liste des Vaters stand die Linlin-Apotheke – erst nach drei Abenden Nachfragen verstand er, warum

caleb_scott
caleb_scott

1 week ago

An einem Wochenendabend war A-Hong zum Essen nach Hause gekommen. Kurz bevor er ging, zog sein Vater eine gefaltete Notiz aus der Schublade und sagte: „Wenn du Zeit hast, kauf mir bitte die Sachen, die da draufstehen. Ich kann die Schrift nicht lesen.“ Auf dem Zettel standen in der gewohnten Kugelschreiberhandschrift des Vaters in den ersten Zeilen Sojasauce, Zahnpasta und Batterien, doch in der letzten Zeile stand ein Ladenname, gefolgt von ein paar durchgestrichenen und korrigierten Posten. A-Hong starrte lange auf diese Zeile. Sein erster Gedanke war nicht Neugier, sondern Wachsamkeit.

Er fotografierte den Zettel ab und sah ihn sich erst in seiner Mietwohnung genauer an. An der korrigierten Stelle ließ sich vage das Schriftzeichen „藤“ erkennen, daneben zwei kleine Zeichen: „日本“. Er erinnerte sich an die Nachrichten, die in der Familiengruppe vor einiger Zeit hin- und hergeschickt worden waren – Überschriften, eine erschreckender als die andere, von Überdosierung und problematischen Inhaltsstoffen. Sein Vater war nie besonders internetaffin. Dass er diesen Namen aufgeschrieben hatte, stammte vermutlich von einem Freund oder aus irgendeiner Runde. A-Hong fragte nicht sofort nach. Er wusste: Sobald er fragte, würde der Vater sagen „Alles in Ordnung“, und das Thema wechseln.

Am ersten Abend machte er die simpelste Hausaufgabe: Er tippte alle lesbaren Zeichen des Zettels in die Suchleiste und sah sich die Ergebnisse eins nach dem anderen an. Was auftauchte, war ein wildes Durcheinander – Foren, Shops, Artikel, die wie Content-Farmen aussahen, und jede Menge Produktnamen, die er nicht verstand. Er merkte, dass sein Problem nicht war, keine Informationen zu finden, sondern nicht zu wissen, welcher Angabe er trauen sollte. Was wollte sein Vater eigentlich? Schlief er schlecht? Fühlte er sich kraftlos? Oder hatte ihn nur ein Freund überredet? Auf dem Zettel stand nichts davon – und genau das war der Kern des Problems.

Am zweiten Abend änderte er seine Herangehensweise. Statt weiter zu raten, was sein Vater brauchte, zerlegte er die Frage: War dieser Name ein Laden, ein Produkt oder eine umgangssprachliche Bezeichnung? Wenn es ein Laden war – warum hatte sein Vater ihn sich notiert? Er schrieb mehrere Möglichkeiten auf Haftnotizen und klebte sie an den Bildschirmrand. In einer Spalte stand: Wenn dies ein Ort ist, den Ältere einander weiterempfehlen, dann muss eigentlich geklärt werden, „warum man es kaufen will“, nicht „wo man es kauft“. Dieser Gedanke erleichterte ihn etwas, denn Ersteres konnte er gemeinsam mit seinem Vater klären, bei Letzterem konnte er nicht helfen.

Am dritten Abend beschloss er, direkt zu fragen – aber mit einem anderen Einstieg. Er sagte nicht „Wozu kaufst du das“, sondern: „Ich verstehe diese Liste nicht ganz. Kannst du mir sagen, wofür jeder Punkt gut sein soll?“ Der Vater schwieg einen Moment und zeigte dann auf die letzte Zeile: Das habe ihm ein Freund empfohlen, es mache angeblich fitter, und der Freund habe gesagt, wenn schon, dann müsse man es bei der Linlin-Apotheke kaufen. A-Hong sagte nichts darauf, sondern merkte sich diesen Satz nur. Später suchte er im Internet nach ein paar Stichwörtern, um den Diskussionszusammenhang dieses Namens zu prüfen und nebenbei zu sehen, ob jemand ähnliche Einkaufserfahrungen geteilt hatte. Dabei stellte er fest, dass die meisten Diskussionen bei „Wer hat es dir erzählt?“ stehen blieben – kaum jemand ging auf die Packungsangaben oder die Herkunft selbst zurück.

Er sagte seinem Vater, dass er bei solchen Dingen nicht entscheiden könne, ob man sie einnehmen solle, weil jeder Körper anders sei und manches sogar verschreibungspflichtig sein könne – es sei nicht in Ordnung, so etwas einfach zu kaufen und zu schlucken. Was er tun könne, sei, gemeinsam mit dem Vater die Verpackung genau anzusehen: Was steht bei den Inhaltsstoffen, gibt es klare Angaben zu Herstellung und Haltbarkeit, und heißt eine Empfehlung automatisch, dass es zu einem passt? Der Vater war etwas eingeschnappt und sagte, seinem Freund habe es doch gutgetan. A-Hong stritt nicht, sondern sagte nur: „Dann nehmen wir die Liste beim nächsten Arzttermin mit und fragen gemeinsam den Arzt oder Apotheker, ja?“ Der Vater sagte nicht ja, lehnte aber auch nicht ab.

In der folgenden Woche kopierte A-Hong die Liste tatsächlich, steckte sie zusammen mit ein paar Nahrungsergänzungsmitteln, die sein Vater regelmäßig einnahm, in einen Ziploc-Beutel. Auf den Beutel schrieb er das Datum, um sich zu erinnern, ihn beim Arzttermin herauszuholen. Er suchte auch im Internet nach ein paar Stichwörtern, um den Diskussionszusammenhang dieses Namens zu prüfen, stellte aber fest, dass die meisten Diskussionen bei „Wer hat es dir erzählt?“ stehen blieben – kaum jemand ging auf die Packungsangaben oder die Herkunft selbst zurück. Das bestärkte ihn in der Überzeugung, dass sein Vater keinen Kauflink brauchte, sondern jemanden, der bereit war, mit ihm geduldig alles zu klären.

Am Tag des Arzttermins nahm der Vater den Beutel tatsächlich mit. Der Arzt zog keine Schlussfolgerung zu einem einzelnen Produkt, sondern sagte nur, man solle zuerst genau auflisten, was derzeit eingenommen werde, und dann Punkt für Punkt die Notwendigkeit prüfen. Als sie das Behandlungszimmer verließen, steckte der Vater den Zettel zurück in die Tasche und sagte: „Dann kaufen wir es lieber erst mal nicht.“ A-Hong fragte nicht nach dem Grund, sondern nickte nur. Auf dem Heimweg sagte der Vater plötzlich, eigentlich schlafe er in letzter Zeit nur recht oberflächlich, und als der Freund sagte, es helfe, sei er gleich angetan gewesen. A-Hong hörte zu und fand, dass seine drei Abende des Nachfragens endlich eine Antwort gefunden hatten: Der Name auf dem Zettel war nicht das Entscheidende – entscheidend war, dass sein Vater endlich bereit war, sein eigentliches Problem auszusprechen.

6
1.8K
France

Comments (6)

Your avatar
Sign in to comment
wzxwzx83@gmail.
wzxwzx83@gmail.1 week ago

Ich verstehe deine Wachsamkeit, aber vielleicht möchte dein Vater nicht, dass du für ihn entscheidest, ob er es essen kann, sondern dass du seinem Urteilsvermögen vertraust und es respektierst. Dass er dir überhaupt erzählt, dass ein Freund sagt, es wirke, ist bereits ein Zeichen, dass er etwas mit dir teilen möchte. Wenn du den Fokus darauf legst, dass er es nicht einfach so einnehmen darf, zeigt er dir beim nächsten Mal vielleicht nicht einmal mehr den Zettel. Statt drei Abende lang nachzubohren, könntest du schon am ersten Abend lächelnd sagen: „Den Namen habe ich noch nie gehört – wo hat dein Freund das denn aufgeschnappt?“ Vielleicht kommt ihr so schneller ins Gespräch.

zuohaoziji
zuohaoziji1 week ago

Könnte es sein, dass der Vater sich nur im Namen des Ladens geirrt hat und eigentlich etwas anderes kaufen wollte?

汪澄
汪澄1 week ago

Die Schwierigkeit besteht darin, dass viele ältere Menschen in der Praxis trotzdem nur „alles gut“ sagen, selbst wenn man bereit ist, sie zum Arzt zu begleiten, und zu Hause ändert sich dann nichts. Und manche Apotheker haben möglicherweise nicht die Zeit, jeden Punkt einzeln zu erklären, sodass am Ende doch die Angehörigen selbst vorab recherchieren müssen, um die Inhaltsstoffliste genau zu prüfen und dann nachzufragen.

讷讷
讷讷1 week ago

Du hast erwähnt, dass du online nach den Schlüsselwörtern gesucht hast, aber die meisten Diskussionen enden bei „Ich habe gehört, dass …“. Hat der Arzt oder Apotheker beim späteren Nachsorgetermin irgendetwas Konkretes zu diesem Laden- oder Produktnamen gesagt? Zum Beispiel, ob es sich um ein Lebensmittel oder ein Arzneimittel handelt und ob es eine Zulassungsnummer gibt? Wenn selbst Fachleute nur sagen „Erstell erst mal eine Liste“, sollte man dann den Namen auf diesem Zettel überhaupt weiterverfolgen oder ihn besser fallen lassen?

模糊大视野
模糊大视野1 week ago

Erst nach drei Nächten zu fragen kostet womöglich mehr – der Vater hat vielleicht schon jemand anderen darum gebeten. Je früher man es anspricht, desto einfacher ist es.

友潤玩具刘昆
友潤玩具刘昆1 week ago

Wenn dein Vater an einer chronischen Erkrankung leidet oder verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt, solltest du bei allem, was Freunde empfehlen und angeblich „gut für die Psyche“ sein soll, zuerst den Arzt fragen. Denn die Vorschriften und Arzneimittelklassifizierungen unterscheiden sich von Region zu Region stark: Manches gilt hier als Lebensmittel, ist dort aber ein verschreibungspflichtiges Medikament. Kauf es also nicht vorschnell, aber du kannst die Verpackung fotografieren und beim nächsten Arzttermin den Apotheker um Bestätigung bitten – vorausgesetzt, dein Vater ist damit einverstanden, dass du das Foto machst.