Auf der Liste des Vaters stand die Linlin-Apotheke – erst nach drei Abenden Nachfragen verstand er, warum
An einem Wochenendabend war A-Hong zum Essen nach Hause gekommen. Kurz bevor er ging, zog sein Vater eine gefaltete Notiz aus der Schublade und sagte: „Wenn du Zeit hast, kauf mir bitte die Sachen, die da draufstehen. Ich kann die Schrift nicht lesen.“ Auf dem Zettel standen in der gewohnten Kugelschreiberhandschrift des Vaters in den ersten Zeilen Sojasauce, Zahnpasta und Batterien, doch in der letzten Zeile stand ein Ladenname, gefolgt von ein paar durchgestrichenen und korrigierten Posten. A-Hong starrte lange auf diese Zeile. Sein erster Gedanke war nicht Neugier, sondern Wachsamkeit.
Er fotografierte den Zettel ab und sah ihn sich erst in seiner Mietwohnung genauer an. An der korrigierten Stelle ließ sich vage das Schriftzeichen „藤“ erkennen, daneben zwei kleine Zeichen: „日本“. Er erinnerte sich an die Nachrichten, die in der Familiengruppe vor einiger Zeit hin- und hergeschickt wor...