OpenAI-CEO Sam Altman hält es für „ziemlich schlecht“, Arbeitsspeicher in Gaming-PCs einzubauen
OpenAI-CEO Sam Altman hält es für „schlecht“, dass Menschen ihren Arbeitsspeicher in Computern statt in Rechenzentren unterbringen, da der KI-Boom zu Speicherknappheit und steigenden Kosten führt.
In einem Interview mit dem YouTuber Cheeky Pint sprach Altman über die derzeitige globale Versorgungslage mit Rechenressourcen, mit der die KI-Branche konfrontiert ist. Als das Gespräch unweigerlich auf Arbeitsspeicher kam, behauptete Altman, die „unsichtbare Hand“ des Marktes versage, was wahrscheinlich daran liege, dass nicht alle DRAM-Wafer direkt in Rechenzentren fließen, um diese KI-Modelle zu betreiben.
Altman sagte: „Aus Sicht der globalen Ressourcenverteilung ist es tatsächlich ziemlich schlecht, wenn jeder den weltweit begrenzten DRAM-Arbeitsspeicher in seinem eigenen Computer ungenutzt lässt, mit einer Auslastung von vielleicht nur 5 %. In einer Cloud-Umgebung sollte man bei einer derart angespannten Ressourcenlage die Auslastung so weit wie möglich erhöhen. Aber irgendwie ist die Intuition vieler Menschen genau das Gegenteil.“
Aus Altmans Sicht scheint das durchaus sinnvoll. Es liegt im besten Interesse von OpenAI, so viel Zugang wie möglich zu Hyperscale-Rechenzentren zu haben, um die Ausführungsgeschwindigkeit seiner riesigen KI-Modelle zu maximieren. Doch obwohl Altman offenbar glaubt, dass die Leute Arbeitsspeicher nur kaufen, um lokale KI-Modelle auszuführen, benötigt praktisch jedes Unterhaltungselektronikgerät RAM – weshalb in diesem Jahr die Preise für sämtliche Gaming-Hardware gestiegen sind.
Erst in diesem Monat schnellte der Preis für gebrauchte PS5 Pro auf 1399 US-Dollar in die Höhe, nachdem die Konsole im März wegen der Speicherknappheit offiziell im Preis erhöht worden war. Gleichzeitig verschwand die RTX 5080-Grafikkarte wenige Wochen, nachdem die RTX 5090 nahezu eingestellt wurde, aus dem Angebot von Nvidia.
Für Altman jedoch, der fest davon überzeugt ist, dass KI-Modelle in der Cloud die Zukunft der Datenverarbeitung sind, ist all diese Knappheit bei Consumer-Arbeitsspeicher wahrscheinlich ein Mittel, um sicherzustellen, dass mehr Speicher in die KI-Unternehmen fließt, um Rechenzentren zu füllen. Und laut der neuesten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen von Samsung ist genau das der Fall – weshalb sich die Speicherknappheit im kommenden Jahr nicht entspannen wird.

Betrachtet man den Zeitverlauf, lässt sich die Speichererweiterung nicht in ein oder zwei Quartalen lösen – bis neue Fabriken in Betrieb gehen, könnte es bereits 2027 sein. In dieser Zeit zahlen Gamer und normale Verbraucher gewissermaßen für die Spitzennachfrage der Rechenzentren mit, und da die Preise für Gebrauchthardware in die Höhe getrieben werden, verlängert sich der Upgrade-Zyklus nur noch weiter. Am Ende betrifft das nicht nur Gaming, sondern auch die Kosten für Büroarbeit und Content-Erstellung steigen mit.