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Das erste Glas nach der Beförderung – er begann, sich mit Männergesundheitspräparaten auseinanderzusetzen

nelsonivy50
nelsonivy50

1 week ago

An dem Tag, an dem Chen Guanyu zum Vertriebsleiter befördert wurde, überschlug sich die Abteilungsgruppe vor Glückwünschen. Er selbst aber saß lange auf dem Parkplatz. Nicht aus Freude, sondern weil ihm plötzlich einfiel, dass die Zahlen, die er künftig jeden Monat stemmen musste, eine ganz andere Größenordnung hatten als in den vergangenen drei Jahren. Er war zweiundvierzig, hatte zwei Kinder, und der Immobilienkredit lief noch siebzehn Jahre.

Was ihn wirklich aufschreckte, war nicht die Leistungsvorgabe, sondern ein Mittwochnachmittag. Er hatte die dritte Woche in Folge mit Kunden gegessen, an jenem Mittag eine Runde getrunken, und als er ins Büro zurückkam und den Computer aufklappte, um eine englische E-Mail zu beantworten, blieb der Cursor im Empfängerfeld stehen. Er starrte zwei volle Minuten auf den Bildschirm und konnte sich nicht erinnern, wie der andere hieß. Nicht vergessen – der Name war wie zugedeckt, lag offensichtlich darunter, ließ sich aber nicht hervorholen. Erst als er das Adressbuch durchblätterte, fiel es ihm wieder ein. In diesem Moment fühlte er sich nicht alt. Er fühlte sich wie ein Handy mit acht Prozent Akku: die Oberfläche war noch da, aber jede Bewegung wurde langsamer.

Zwei Wochen später kam der Gesundheitscheck per Post. Er setzte sich an den Esstisch und öffnete den Umschlag. Es waren nicht so viele rote Zahlen, wie er befürchtet hatte, aber eine Spalte war mit Textmarker eingekreist, daneben in der Handschrift der Krankenschwester: „Bitte zur Nachuntersuchung und mit dem Arzt besprechen.“ Er fotografierte es und schickte es seiner Frau. Sie antwortete: „Schläfst du in letzter Zeit überhaupt weniger als sechs Stunden?“ Er antwortete nicht. In seinem Kopf ging es um etwas anderes: Sollte er nicht irgendetwas einnehmen?

Zum ersten Mal tippte er „Männergesundheitspräparate“ in die Suchleiste – an einem Morgen nach einem Geschäftsessen. Der Kopf war schwer, und beim Scrollen sah er eine Überschrift, in der es ungefähr darum ging, dass jemand mit Zink so viel nachgelegt hatte, dass ein Kupferungleichgewicht entstand, und dass bei jemandem, der Präparate aus dem Ausland mitgebracht hatte, Hormone nachgewiesen wurden. Er klickte hinein und las ein paar Absätze. Je mehr er las, desto klarer wurde ihm, dass die Sache anders war, als er gedacht hatte. Er hatte angenommen, es gehe nur darum, „wenn man es nimmt, ist man auf der sicheren Seite“. Doch in den Texten ging es um Inhaltsstoffe, Dosierungen, Herkunft und eine Menge Wechselwirkungen, von denen er noch nie gehört hatte. Er legte das Handy weg, holte eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank und trank sie im Stehen aus.

In der folgenden Woche verabredete er sich mit Lao Wang aus derselben Abteilung zum Mittagessen. Lao Wang war fünfundfünfzig und gehörte zu den Menschen, die bei Geschäftsessen immer nüchtern blieben. Chen Guanyu wollte eigentlich fragen: „Welche Marke nimmst du?“, doch kurz bevor er es aussprach, wurde daraus: „Wie gehst du mit solchen Essen um?“ Lao Wang lachte und sagte, er habe sich vor zehn Jahren genau dasselbe gefragt – nur habe ihm damals niemand gesagt, dass das Problem nicht darin liege, was man einnimmt, sondern darin, dass man sich selbst gar nicht als jemanden betrachtet, der Pflege braucht. Lao Wang sagte, seine Methode sei ganz einfach: vor dem Geschäftsessen etwas essen, langsamer trinken, und am nächsten Morgen unbedingt dreißig Minuten spazieren gehen. Chen Guanyu war danach ein wenig enttäuscht, denn das war nicht die Antwort, die er wollte.

Enttäuscht hin oder her – er steckte den Gesundheitscheck trotzdem in die Aktentasche. Am Tag der Nachuntersuchung sah der Arzt die Werte an und fragte nach seinem Alltag. Er erzählte Punkt für Punkt, stockte bei den Präparaten und sagte: „Ich überlege, ob ich etwas einnehmen soll.“ Der Arzt sagte weder ja noch nein, sondern nur: „Wenn Sie wirklich etwas kaufen wollen, bringen Sie die Verpackung mit. Dann schauen wir gemeinsam auf die Inhaltsstoffe, und ich muss auch wissen, ob Sie sonst noch etwas einnehmen.“ Chen Guanyu war kurz irritiert. Er hatte eine Liste erwartet, bekommen hatte er einen Satz.

Später begann er tatsächlich, Ordnung zu schaffen. Nicht bei den Marken, sondern bei den Fragen. Er schrieb in ein Notizbuch, was er wissen wollte: Gilt das in Taiwan als Lebensmittel oder als Arzneimittel? Für wen ist die empfohlene Menge auf der Verpackung gedacht? Wenn man zwei Dinge gleichzeitig nimmt, überschneiden sie sich dann? Worin unterscheiden sich Präparate aus dem Ausland von denen, die man hier kauft? Ist auf dem Etikett klar angegeben, woher die Inhaltsstoffe kommen? Er merkte, dass es immer mehr wurde – so viel, dass am Ende auf der Seite stand: „Erst den Apotheker fragen, nicht selbst raten.“ Er kaufte nichts, aber er ließ das Notizbuch im Auto liegen und blätterte auf dem Heimweg nach jedem Geschäftsessen darin.

Eines Abends sah seine Frau, wie er im Wohnzimmer am Handy saß, und fragte, was er lese. Er sagte, er schaue, wie andere auswählen. Sie sagte: „Du wolltest doch Fachleute fragen?“ Er sagte ja, aber er wolle erst verstehen, was andere fragen, sonst wisse er beim Fragen gar nicht, was er fragen solle. Sie sagte nichts mehr, ging in die Küche und brachte geschnittenes Obst heraus. Plötzlich hatte er das Gefühl, dass die Sache vielleicht nicht so dringend war, wie er dachte – aber auch nicht so unwichtig.

Im dritten Monat nach der Beförderung war er immer noch müde, hatte immer noch Geschäftsessen und schlief gelegentlich zu wenig. Aber er tat etwas, das er früher nicht getan hätte: Er begann aufzuschreiben, wann er ins Bett ging, wie viel er trank und wie wach er am nächsten Tag war. In dem Notizbuch standen keine Produktnamen, nur sehr alltägliche Zahlen. Er sagte sich: Erst das klären, dann darüber reden, ob man etwas einnimmt. Den Gesundheitscheck, das Notizbuch und den Zettel mit „Erst den Apotheker fragen“ legte er zusammen in dieselbe Schublade. Als er sie schloss, hatte er das Gefühl, endlich etwas getan zu haben, das zu einem Erwachsenen passte.

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Comments (3)

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晴彩巴厘
晴彩巴厘1 week ago

Chen Guanyu kaufte nicht vorschnell Nahrungsergänzungsmittel, sondern machte sich zuerst Notizen und hielt seinen Schlaf und seine Geschäftstermine fest – genau diese Veränderung ist der entscheidende Punkt. Viele Menschen suchen nach einer Beförderung direkt nach Produkten, er aber sucht zuerst nach dem Problem, und diese Richtung ist richtig.

果脯
果脯1 week ago

Hat der Arzt bei Ihrem späteren Nachsorgetermin konkrete Empfehlungen zu diesem rot markierten Eintrag gegeben?

沐莲子
沐莲子1 week ago

Was Lao Wang sagt – „erst etwas essen, langsamer trinken, am nächsten Tag spazieren gehen“ – klingt ziemlich banal, doch für Menschen mit vielen Geschäftsterminen ist die Hürde in der Praxis gar nicht so niedrig. Vor allem am nächsten Morgen aufzustehen und spazieren zu gehen, ist kaum zu schaffen, wenn man am Vorabend bis spät in die Nacht getrunken hat. Dass Chen Guanyu diese Dinge als To-dos notiert, ist schon deutlich pragmatischer, als nur daran zu denken, Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen.